Call me Ben
17. June 2025
trans-o-flex ThermoMurks: Lieferung frei Schnauze, Realität optional Heute Morgen war ich vorbereitet wie ein Teilnehmer bei „Die letzte Zustellung“ – zwischen 7:39 und 8:39 Uhr sollte mein dringend benötigtes Medikament geliefert werden. Ich war da. Wirklich da. Quasi mit dem Ohr an der Tür, bereit, dem Boten einen Kaffee und ein Lebkuchenherz anzubieten. Und was passierte? Genau: NICHTS. Kein Klingeln, kein Zettel, kein Schatten eines Lieferwagens. Nur ich, meine wachsende Ungeduld und ein Paket, das offenbar beschlossen hatte, sich selbstständig zu teleportieren. Der eigentliche Höhepunkt kam dann um 15 Uhr, als ich in die Sendungsverfolgung schaute – eine App, die scheinbar von einer Mischung aus Zufallsgenerator und Satire-KI betrieben wird. 13:46 Uhr – „Zustellversuch fehlgeschlagen, Empfänger nicht angetroffen.“ Ah ja. Vermutlich war ich für das bloße Auge nicht sichtbar, oder der Fahrer hatte eine ausgeprägte Klingel-Allergie. Oder – wahrscheinlicher – es wurde nie auch nur ansatzweise versucht, das Paket zuzustellen. Aber hey, wer braucht schon Realität, wenn man sich einfach ein Paralleluniversum ausdenken kann? Für einen Dienstleister, der sich auf temperaturgeführte und empfindliche Lieferungen spezialisiert, ist das eine Performance irgendwo zwischen Slapstick und Science-Fiction. Die Lieferung: verschollen. Die Kommunikation: wie bei einer Séance – man hofft auf Zeichen, bekommt aber nur kalte Stille. Die Nachverfolgung: ein interaktives Märchenbuch. Mein persönliches Highlight: Die Sendungsverfolgung fühlt sich an, als hätten Büropraktikanten unter LSD versucht, „Zustellung“ zu definieren, ohne je ein Haus mit Türklingel gesehen zu haben. Fazit: Wenn man mir schon keine Medikamente liefert, hätte ich zumindest gern eine Therapie gegen diesen absurden Service. Vielleicht sollte trans-o-flex mal eine Lieferung an sich selbst schicken – dann merken sie, wie sich Kundenservice aus der Twilight Zone anfühlt. Danke für nichts. Nie wieder. Aber immerhin war’s unterhaltsam.